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"Ein Unternehmen ist nur so gut, wie seine Führungskultur - und diese lässt sich lernen."

🎙 Episode #58 mit Dr. Julia Dubowy - Mitgründerin und Inhaberin der Unternehmensberatung Thank God it’s Monday

"Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen - genau das kann auch in Krisenzeiten in der Führung passieren."


Eigentlich Augenscheinliches wird vom Bewusstsein nicht erfasst und führt zu starken Dysfunktionen im Team oder der Organisation.


Mein Interview-Gast Dr. Julia Dubowy weiß, wie groß hierbei der Einfluss auf Führungsebene ist, aber auch, dass es in Sachen Führung ein neues Bewusstsein braucht. Sie hat viel wertvolles Wissen und Erfahrung gesammelt, mit dem sie Unternehmen und Führungskräfte im Umdenken unterstützt und hin zu einer neuen, erfolgreichen Führungskultur begleitet.


Unterm Strich gesagt, möchte sie mit ihrem Team von Thank God it’s Monday (kurz TGiM) dazu beitragen, dass mehr Menschen “Bock auf Montag” haben - sowohl Führungskräfte als auch Teammitglieder. Da der größte Hebel hierfür in der Führung liegt, setzen sie genau dort an.


TGiM ist also keine klassische Unternehmensberatung, wie viele sie kennen - aber eine, die mehr denn je gebraucht wird.

Deutschland braucht eine Führungs-Revolution


Viele Unternehmen führen noch, als wären wir in der Steinzeit. Es ist also an der Zeit für ein Umdenken.


Wer als Unternehmen junge Menschen gewinnen und halten möchte, muss verstehen, dass für diese eine passende Unternehmenskultur sowie Wertschätzung und Selbstverwirklichung von hohem Wert sind.


Aber nicht nur Millennials fordern eine neue Art von Unternehmenskultur. Generell sollten Dinge, wie Feedback, Anerkennung und Wertschätzung zur alltäglichen Kommunikation gehören, denn sie haben einen großen Einfluss - sowohl auf die Mitarbeitermotivation als auch auf die Unternehmenszukunft.


“Wer viel vom Beziehungskonto abhebt, aber nicht einzahlt, der braucht sich nicht wundern, dass dann Vertrauen schwindet und sich ein Unternehmen nur noch nach Bürokratie und Schwierigkeit anfühlt”, so die anschauliche Erklärung von Julia.


Sie ist davon überzeugt, dass sich „wirksame Führung“ lernen lässt, aber auch, dass Menschen in leitenden Positionen genauso Begleitung brauchen und ungern allein an der Spitze sind.


Sie ermutigt auch dazu, keine Angst oder falschen Respekt vor Menschen in Führungspositionen zu haben - “Wir sind alle Menschen, wir kochen alle mit Wasser.”


Dabei ist die Ausgangshaltung geprägt von der Überzeugung, dass alle Beteiligten mit guter Intention an die Sachen gehen, aber unterschiedlich sind - und dass es eben diese Unterschiedlichkeit ist, die uns im Arbeitsalltag an unsere Grenzen führt.


Wie können wir uns auf Augenhöhe begegnen und respektvoll behandeln, den anderen in seinen Stärken und Schwächen sehen und gemeinsam unterwegs sein? Wie sieht das Leadership von Morgen aus?


Die Führung von morgen ist eine Führungskraft, die wie ein Coach agiert.


Der Aufbau von „echten“ Beziehungen mit den Mitarbeiter:innen und eine „emotionale Bindung“ zu schaffen ist essenziell, genauso wie das Verständnis dafür, was für die Mitarbeiter:innen wichtig ist. Julia betont in unserem Gespräch, wie wichtig es ist, zu verstehen, wie Menschen ticken, was sie motiviert und demotiviert. Heutzutage ist das zum Beispiel auch Sinnhaftigkeit und persönliche Weiterentwicklung im Job. Daher passt es auch zu sagen, dass das Leadership von morgen eine Führungskraft ist, die wie ein Coach agiert.


In der Praxis bedeutet das z.B., die Potenziale und den Reifegrad von jedem individuellen Teammitglied zu erkennen, und dann entsprechend unterschiedliche Tools und Methoden zu liefern, um die individuellen Stärken der Mitarbeitenden auszubauen.


Wenn du eine Führungskraft bist und all die Punkte liest, fragst du dich vermutlich, wie das zeitlich überhaupt umsetzbar sein soll. Die Lösung lautet:


Führungskräfte müssen sich zunehmend operativ überflüssig machen!


Die Realität ist häufig noch, dass Mitarbeiter:innen in Führungspositionen viel zu stark in operativen Tätigkeiten eingebunden sind. Ziel sollte es daher sein, dass sie sich mehr und mehr aus den operativen Prozessen herausnehmen können, um am Team, statt im Team arbeiten zu können.


Wenn leitende Kräfte zu stark operativ eingebunden sind und Führung nebenher läuft, wirkt sich das negativ auf die emotionale Bindung von Mitarbeiter:innen zum Unternehmen aus und führt möglicherweise zur Fluktuation.


Dr. Julia Dubowy empfiehlt, eine 70-30-Balance anzustreben. 100% wären unrealistisch, aber es muss das Ziel eines Unternehmens sein, dass Führungskräfte sich zu 70% auch tatsächlich den Führungstätigkeiten widmen können und nur 30% operativ involviert sind.


Die Herausforderungen werden sonst nicht weniger und sind irgendwann nicht mehr stemmbar. Umgekehrt sind motivierte Mitarbeiter:innen der Schlüssel zum Erfolg und das ist nur möglich, wenn Führungskräfte sich auch wirklich dem Leadership widmen können.


Welche Veränderung fordert Digitalisierung in der Führungskultur?


Eine Veränderung bringt immer auch Chancen und Herausforderungen mit sich. Vor allem in der öffentlichen Verwaltung scheint diese Veränderung jedoch oft noch auf Widerstand zu stoßen - dabei ist Digitalisierung der Beginn eines großen Veränderungsprozesses, nicht das Ende.


Was bedeutet Führung also für Organisationen, in denen Digitalisierung mehr Anklang finden und integriert werden soll?


Aus Sicht von Dr. Julia Dubowy geht es darum, die richtigen Prioritäten in Sachen Digitalisierung zu setzen, sprich Ziele zu formulieren und deren Umsetzung auch tatsächlich zu priorisieren.


Führung muss ein gutes Vorbild für die Transformation sein und Prioritäten setzen, sonst scheitert Digitalisierung.


Des Weiteren kommt Führungskräften im Zeitalter der Digitalisierung eine neue Rolle zu. Es geht nicht nur um die Implementierung digitaler Technologien, sondern um ein neues Verständnis von Führung.


Fazit


Es braucht eine Führungs-Revolution in Unternehmen und du kannst Teil davon sein, die erforderliche Veränderung initiieren und vorantreiben. Genauso wichtig ist aber zu verstehen, dass du das nicht allein stemmen und die Spitze nicht einsam sein muss.


Führungskräfte sollten sich operativ überflüssig machen, um sich auch wirklich dem Führen widmen zu können. Nur so können sie sowohl das Potenzial ihrer Rolle, als auch das ihrer Mitarbeiter:innen und des Unternehmens ausschöpfen.


Führung von Morgen ist letztendlich eine Führungskraft, die wie ein Coach agiert.


Links

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© Bild: Jehle/Dubowy/TGiM


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